Sauer- und Binsengräser
Dipl. Biologe Wolfgang Decrusch
Faszination Botanik
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Sauer- und Binsengräser
(Cyperaceae und Juncaceae)

Kulturell und wirtschaftlich weniger bedeutsam als Süßgräser sind die Sauer- und Binsengräser (Cyperaceae / Juncaceae). Beide Gruppen tragen nicht zur Ernährung der stetig zunehmenden Weltbevölkerung bei, wobei vor allem einige Seggen in ihren Sämereien durchaus auch Stärke in verwertbaren Mengen liefern würden. Einzig der Echte Papyrus (Cyperus papyrus) wurde schon vor fünftausend Jahren in Ägypten zu Nahrungszwecken und zur Herstellung von Papier (ethymologisch aus papyrus entstanden) verwendet.

Landschaftlich prägende Sauer- und Binsengräserbestände sind oft an feuchte Standorte gebunden, wirtschaftlich bedeutungslos und wurden früherer in unregelmäßigen Zeitabständen extensiv zur Stalleinstreu verwendet. Inzwischen ist es oft die Aufgabe des Naturschutzes und der Landschaftspflegeverbände diese für die Artenvielfalt wichtigen Vegetationstypen zu erhalten. Besonders bunt und artenreich sind die Kleinseggenriede kalkreicher Standorte. In der Vegetationskunde spielen Sauergräser zur Typisierung eine herausragende Rolle, ohne Kenntnis der Arten läßt sich keine ernstzunehmende Grünlandkartierung bewerkstelligen. Im alpinen Raum sind die Urwiesen oberhalb der Waldgrenze meist durch Sauergräser charakterisiert: Krummseggenrasen, Horst-, Rost- und Polsterseggenrasen.

Allen Gräsergruppen gemein ist die Ableitung ihrer in aller Regel windbestäubten Blüten aus dem vollständigen pentazyklischen Blütendiagramm der einkeimblättrigen Blütenpflanzen (Monocotyledonae). So entspricht der Aufbau einer Binsengrasblüte der einer Tulpe. Durch Reduktion und Abwandlung einzelner Organe lassen sich die verschiedenen Blütenformen einzelner Gattungen der Sauergräser ableiten.

Eriophorum vaginatum
Carex pseudocyperus
Carex appropinquata
Carex davalliana
Carex flava
Carex alba
Carex tomentosa
Carex pallescens
Carex hirta
Carex spicata
Cyperus fuscus
Eleocharis ovata
Eriophorum angustifolium
Juncus jaquinii